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Nachbarschaftshilfe Stundenlohn & Ausbildungsmöglichkeiten

Stand 23. Dezember 2024

Pflegebedürftige Angehörige, die zu Hause gepflegt werden, können in gewissen Fällen von Personen aus der Nachbarschaftshilfe wichtige Unterstützung erhalten. Wenn Sie sich in diesem Bereich engagieren möchten, müssen Sie je nach Bundesland gegebenenfalls im Vorfeld entsprechende Kurse besuchen. Wie der Weg zum Nachbarschaftshelfer aussieht und welchen Stundenlohn Ihnen zusteht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was gilt als Nachbarschaftshilfe?

Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad 2/3/4/5 können Nachbarschaftshilfe im Alltag in Anspruch nehmen und diese Leistungen gemäß § 45b SGB XI mit dem sogenannten Entlastungsbetrag abrechnen. Darunter fallen beispielsweise

  • gemeinsame Spaziergänge
  • noch vorhandene Fähigkeiten des Pflegebedürftigen stärken
  • gemeinsam kochen
  • Unterstützung im Haushalt und Hilfe bei Einkäufen
  • Hilfe bei der Körperpflege oder beim Ankleiden

Um als Nachbarschaftshelfer arbeiten zu können, müssen Sie volljährig sein und dürfen nicht mit der zu betreuenden Person zusammen leben. Zusätzlich dürfen Sie nicht als professionelle Pflegeperson tätig sein.

Nähere Informationen finden Sie hier: Nachbarschaftshilfe – was ist das und welche Kosten gibt es?

Der Weg zum Nachbarschaftshelfer – so einfach geht’s

Wenn Sie sich als Nachbarschaftshelfer betätigen möchten, sollten Sie darauf achten, dass Sie bei den Pflegekassen entsprechend anerkannt sind. Dazu benötigen Sie in manchen Teilen Deutschlands einen Grundkurs „Nachbarschaftshilfe“, der aus fünf Einheiten zu jeweils 90 Minuten besteht. Die Kosten trägt Ihre Pflegekasse, wobei Sie sich im Vorfeld erkundigen sollten, ob Sie eventuell in Vorleistung gehen müssen.

Nähere Informationen zu den Voraussetzungen nach Bundesländern finden Sie hier: Nachbarschaftshilfe – Notwendige Voraussetzungen


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Definition der Pflegekurse gemäß 45 SGB XI

Pflegekurse, die gemäß § 45 SGB XI angeboten werden, dienen dazu, dass pflegende Angehörige, aber auch Personen, die ehrenamtlich im Bereich der Pflege tätig sein möchten, dahingehend zu stärken und zu fördern.

Personen, die an einer Tätigkeit im Bereich der Nachbarschaftshilfe interessiert sind, können diese Kurse absolvieren. Bei einem positiven Abschluss oder einer entsprechenden Bestätigung können Sie sich in der Folge bei der Pflegekasse registrieren lassen und werden als Nachbarschaftshelfer vermittelt. Dies ist natürlich nur notwendig, wenn die Absolvierung in Ihrem Bundesland eine Voraussetzung für die Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer ist.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Pflegekurse gemäß § 45 SGB XI zu absolvieren. Zum einen gibt es öffentliche Pflegekurse, zum anderen werden auch individuelle Pflegeschulungen in der Häuslichkeit angeboten. Erstgenannte verstehen sich als öffentliche Veranstaltungen für mehrere Teilnehmer, die meist von Pflegekassen oder sonstigen lokalen Einrichtungen wie Sozialstationen oder Volkshochschulen angeboten werden. Sie bieten den Vorteil, dass Sie sich beim Kursbesuch auch mit anderen Teilnehmern austauschen und Erfahrungen sammeln können.

Pflegeschulungen in der Häuslichkeit sind sehr individuell und finden größtenteils in den Räumlichkeiten des Pflegebedürftigen statt. Das ist dann hilfreich, wenn Sie den Umgang oder den Gebrauch von bestimmten Hilfsmitteln in der individuellen Umgebung lernen oder ausprobieren können.

Was wird in den Pflegekursen / Pflegeschulungen gelehrt?

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Was genau in den Pflegekursen bzw. Pflegeschulungen gelehrt wird, gibt die jeweilige Pflegekasse vor. Es gibt neben den Grundlagen-Kursen zur häuslichen Pflege auch Spezialkurse zu bestimmten Erkrankungen wie etwa Demenz.

Unabhängig von der jeweiligen Ausrichtung eines Pflegekurses bzw. einer Pflegeschulung gibt es immer vier Aspekte, die dabei im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört.

Die praktische Pflege

Bei den Pflegekursen bzw. Pflegeschulungen steht die Vermittlung von praktischen Fähigkeiten im Mittelpunkt. Praktische Fähigkeiten können einfach erlernt werden und machen die Arbeit mit bzw. am Patienten in der Folge einfacher. Wichtige Lehrinhalte sind beispielsweise die Handgriffe bei der Mobilisierung und Lagerung, aber auch beim Anreichen von Essen und Trinken und helfende Methoden bei der Körperpflege bzw. beim An- und Auskleiden.

Die Selbstpflege

Dieser Punkt ist ein elementarer Teil in den Pflegeschulungen bzw. Kursen, denn ein
Pflegebedürftiger benötigt nicht nur kompetente Pflege, sondern auch einen Pflegenden, der nicht überfordert und der Situation gewachsen ist. Dabei spielt die Selbstpflege eine wesentliche Rolle. Dazu gehören etwa Kenntnisse um die Rückengesundheit von Pflegenden ebenso wie die Selbstbeobachtung. In diesem Kursinhalt wird vermittelt, sich selbst in der Situation der Nachbarschaftshilfe zu beobachten, sich Freiräume zu schaffen und auf einen sorgsamen Umgang mit den eigenen Kräften zu achten.

Recht und Soziales

Diese Punkte sind weitere wichtige Themen, die in den Pflegekursen bzw. Pflegeschulungen vermittelt werden. Immerhin müssen Sie als Nachbarschaftshelfer bestimmte Dinge in Bezug auf die Pflegebedürftigkeit und an welche Stellen sich der Pflegebedürftige wenden kann, wissen.

Hygienemaßnahmen

Diese Maßnahmen sind aus zweierlei Sicht ein wichtiger Aspekt in den Pflegekursen bzw. Pflegeschulungen. Dabei geht es sowohl um die Körper- und Intimpflege des Pflegebedürftigen, als auch um die konkrete Hygiene in seinem Wohnumfeld.

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Spezialkurse in der Ausbildung zum Nachbarschaftshelfer

Möchten Sie beispielsweise einem pflegebedürftigen Nachbarn helfen, der an Demenz erkrankt ist, benötigen Sie spezielles Wissen und besondere Fähigkeiten im Umgang. Diese können Sie sich nach dem Absolvieren der Grundpflegeschulungen in den entsprechenden Spezialkursen aneignen.

Spezialkurse in den Pflegeschulungen bzw. Pflegekursen gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen, etwa zu bestimmten Krankheitsbildern, aber auch zu speziellen Bedarfskonstellationen oder Pflegekonzepten. Im Angebot sind meist Kurse bzw. Schulungen für

Inhaltlich sind derartige Kurse tatsächlich mit Spezialwissen gefüllt, das Sie in der jeweiligen Situation dann benötigen. Beispielsweise ist es im Umgang mit demenzerkrankten Personen sehr wichtig, die Erlebniswelt des Betreffenden zu kennen. Nur so können Sie etwa bei Lauftendenzen richtig reagieren oder auf ein spezielles Hilfsmittel wie Ortungssysteme zu setzen.

Nachbarschaftshilfe Stundenlohn bzw. Verdienstmöglichkeiten

Nachbarschaftshilfe ist ein Ehrenamt, bei dem Freiwillige in der Regel keine Bezahlung, sondern eine Aufwandsentschädigung erhalten. Diese geringe Ausgleichszahlung wird steuerrechtlich besonders behandelt. Je nach Bundesland finanziert die Pflegeversicherung einen Stundensatz von etwa 10 Euro, vorausgesetzt, die gepflegte Person hat einen anerkannten Pflegegrad und wird zuhause gepflegt.

Mögliche Pflegeleistungen, die im Rahmen der Nachbarschaftshilfe genutzt werden können, sind:

  • Entlastungsbetrag
  • Umgewandelte Pflegesachleistungen (Umwandlungsanspruch)
  • Verhinderungspflege

Fachkräfte mit entsprechender Qualifikation können natürlich höhere Stundensätze ansetzen. Wird mehr Leistung erbracht, als durch den Entlastungsbetrag gedeckt, müssen zusätzliche Kosten privat getragen werden.



 

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