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Beschäftigung für Senioren – Eine Auszeit vom Alltagstrott

Stand 25. Dezember 2024

Ein ausgefülltes Leben bedeutet auch für Senioren einen ausgefüllten Alltag mit Hobbies und anderen Beschäftigungen. Das beugt nicht nur Langeweile vor, sondern wirkt auch gegen die zunehmende Vereinsamung vieler Senioren und pflegebedürftiger Personen. Gerade, wenn die Mobilität eingeschränkt wird oder die Selbstständigkeit anders leidet, können Senioren oft nicht mehr wie früher ihren Alltag gestalten.

Doch dadurch wird auch Platz geschaffen, um Neues kennenzulernen und die Welt so neu zu entdecken. Sogenannte Alltagsbegleiter sind deswegen gerade in Tageseinrichtungen ein wichtiger „Baustein“ im pflegerischen Konzept. Aber auch für Pflegebedürftige Zuhause gibt es viele Möglichkeiten, Schwung in den Alltag zu bringen.

Beschäftigung für Senioren – von der Gartenarbeit bis hin zum Besuchshund

Ein „Urlaub vom Pflegealltag“ ist für die meisten Senioren sichtlich wohltuend. Viele blühen regelrecht auf, wenn sie im Gemüsebeet gärtnern oder Tiere streicheln, die als Besuchs- und Therapiehunde mit ihren geschulten Trainern ins Heim kommen. Lachyoga, Bewegungszirkel oder Gedächtnistraining - die Bandbreite an Tagesbeschäftigungen ist groß.

Tiere als Wegbegleiter für Senioren

Bereits vor Jahren hat die moderne Medizin nachgewiesen, dass unser Blutdruck sinkt, wenn wir ein Tier streicheln. Tierische Weggefährten haben damit selbst in der Nachsorge eines Herzinfarktes eine spürbar positive Wirkung - Selbst der Blick in ein Aquarium senkt den Stresspegel, wobei gerade für Senioren speziell ausgebildete Hunde oder friedliche Katzen ideal sind. Denn die vermitteln zugleich Wärme und körperliche Nähe und sind an auch unbeholfene Streichelbewegungen gewöhnt. 

In einigen Senioreneinrichtungen wird dieser positive Einfluss durch den Einsatz von Besuchshunden gezielt genutzt. Diese leben als normale Haushunde in Familien und kommen an bestimmten Tagen in Heime, um den Bewohnern Freude zu bringen.

Therapiehunde durchlaufen eine spezielle Ausbildung und können daher weitaus mehr reine Besuchshunde. Sie werden bewusst eingesetzt, um Motorik beim Streicheln oder Spielen zu trainieren und die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten. 

Für fitte Senioren kommt vielleicht auch die Haltung eines Haustieres in den eigenen vier Wänden infrage. Grundsätzlich kann jede Rasse und jeder Mischling als geeigneter Hund für Senioren in Betracht kommen. Dennoch sollte das Tier bestimmte Voraussetzungen, wie eine gute Grunderziehung, mitbringen. Zudem sollte das Tier ausgeglichen und menschenfreundlich sein, schließlich können unerfahrene Hunde die ungewohnten Bewegungsabläufe gehandicapter Menschen nicht richtig deuten oder erschrecken selbst, wenn sie plötzlich mit Hektik und lautem Geschrei konfrontiert werden. 

Für einige Senioren ist ein Tier dabei nicht nur Beschäftigung, sondern auch eine Erinnerung an eigene Weggefährten aus früheren Zeiten. Natürlich sollte stets individuell geprüft werden, ob Senioren in der Lage sind, eigenständig für ein Haustier zu sorgen, oder ob ein Besuchs- oder Therapiehund die passendere Wahl darstellt.

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Seniorenfreundliche Gartenarbeit

Tatsächlich braucht es keinen riesigen Garten, um den Alltag ein wenig aufzulockern, denn manchmal genügen schon einige Kübel und Kästen auf Terrasse und Balkon. Dabei erweisen sich gerade Hochbeete, die den Rücken entlasten, als ideal. Sind sie selbst gebaut, können sie sogar an jede Höhe beliebig angepasst werden und so auch vom Rollstuhl aus erreichbar sein.

In seniorenfreundlichen Gärten ist darauf zu achten, reichlich Sitzgelegenheiten zu bieten und die Auswahl der Pflanzen und Blumen sehr bewusst zu entscheiden. Besonders wichtig ist es, auf giftige Pflanzen zu verzichten, da an Demenz erkrankte Personen womöglich Blätter wahllos in den Mund stecken könnten. Aber auch allergische Kontaktreaktionen sind möglich, sodass typische Allergene besser draußen bleiben sollten. Zudem ist darauf zu achten, dass der Boden der Wege weder Unebenheiten enthält noch allzu rutschig werden kann, um Stürze vorzubeugen.

Wo es möglich ist, sollten die betreffenden Senioren bei der Gestaltung des Gartens ein Mitspracherecht haben und ihre Erfahrung und Expertise einbringen können. Oft haben sie jahrzehntelang Blumen gehegt und gepflegt oder sogar einen Garten zur Selbstversorgung unterhalten. Vieles von diesem Wissen ist wertvoll und kann so weiterhin Anwendung finden.

Ganz gleich ob im privaten Umfeld oder im Rahmen einer Pflegeeinrichtung – beim Gärtnern mit Senioren muss also einiges bedacht werden.

Gemeinsames Singen und Musizieren für Senioren

Viele Senioren erleben Freude und Zufriedenheit beim Musizieren und Singen, völlig unabhängig davon, ob sie schon früher musikalisch interessiert waren oder das Hobby erst im Alter für sich entdeckt haben. Tatsächlich setzen Musik im Allgemeinen und insbesondere der Gesang sogar wichtige körperliche Impulse. Denn Singen baut Stress ab, wirkt Angstzuständen entgegen und kann ganz nebenbei das Sprachzentrum aktivieren. Selbst bei an Demenz erkrankten Personen kann man so dem Sprachverlust entgegenwirken und das Gedächtnis stimulieren.

Darüber hinaus weckt die richtige Musik häufig die Erinnerung an fröhliche gesellschaftliche Erlebnisse in unbeschwerten Zeiten und Feiertage wie Weihnachten oder Ostern. Doch auch moderne Lieder oder Musik aus anderen Kulturen sind empfehlenswert für regelmäßige Musiknachmittage.

Wer nie ein Instrument gelernt hat oder motorisch zu stark eingeschränkt ist, kann auf Orff-Instrumente zurückgreifen. Dies ist eine Auswahl von einfach zu bedienenden Musikinstrumenten wie Glockenspiele, verschiedene Trommeln oder Rasseln. Sie entstammen einem pädagogischen Musik-Konzept der Komponisten Carl Orff und Gunild Keetmann für Kinder, sind aber auch für Erwachsene sehr gut geeignet.

 

Motorische Fertigkeiten fördern!

Produktive Beschäftigungstherapien für Senioren sollten darauf hinarbeiten, die fein- und grobmotorischen Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und zu stärken. Das beginnt bei der bekannten „Hockergymnastik“, schließt aber auch leichte Basteltätigkeiten mit ein.

Zum Thema „Basteln mit Senioren“ sind viele Fachbücher und Ideenratgeber verfasst worden. Auch im Internet finden sich viele Anleitungen, gerade auch für Festtage wie Weihnachten oder Ostern – eine ideale Beschäftigung für Senioren, die schon früher handwerklich oder künstlerisch tätig waren oder die das Hobby neu für sich entdecken. Dadurch ist ein großes Spektrum an Möglichkeiten gegeben, die viele Einschränkungen auffangen und Freiräume schaffen.

Beim Basteln oder der Schöpfung von Kunst bietet es sich auch an, kurze Spaziergänge in der freien Natur vorher zu veranstalten, auf denen Materialien für die Verarbeitung gesammelt werden können. So wird gleichzeitig Bewegung gefördert und das Gefühl von Selbstwirksamkeit erhöht.

Soziale Interaktion fördern

Gemeinschaftliche Aktivitäten, wie das gemeinsame Kochen, Spieleabende oder regelmäßige Gesprächsrunden, stärken das soziale Netz und verhindern Einsamkeit. Diese sozialen Kontakte sind entscheidend für das emotionale Wohlbefinden und können Depressionen vorbeugen. 

Gemeinsame Hobbys, kulturelle Ausflüge und freiwillige Tätigkeiten bieten zudem eine sinnvolle Beschäftigung, die das Selbstwertgefühl steigert und soziale Kontakte fördert. Diese regelmäßigen sozialen Interaktionen tragen dazu bei, ein aktives und erfülltes Leben im Alter zu führen, und unterstützen sowohl die emotionale als auch die geistige Gesundheit.

Um dies zu unterstützen, bieten diverse Kultureinrichtungen spezielle Seniorenrabatte an und auch immer mal wieder Veranstaltungen für die Zielgruppe. Das können Führungen durch Ausstellungen sein, die Geh- oder Hörbehinderungen entgegenkommen, aber auch Theatervorstellungen zu Uhrzeiten, die sich mit einem Pflegealltag verbinden lassen. Ebenso sind über die Einrichtungen auch immer mehr Seniorenclubs verbunden oder sogenannte Erlebnisbörsen, bei denen sich Gleichgesinnte für verschiedene kulturelle Erlebnisse finden lassen können. 

Natur erleben

Regelmäßige Spaziergänge in Parks, Wäldern oder an Seen bieten nicht nur eine willkommene Abwechslung vom Alltag, sondern fördern auch die körperliche Gesundheit durch sanfte Bewegung an der frischen Luft. Diese Ausflüge in die Natur regen die Sinne an, helfen den Kopf frei zu bekommen und können Stress reduzieren.

Je nach gesundheitlicher Verfassung kann dann auch schon ein kurzer, halbstündiger Spaziergang in einem nahegelegenen Park oder botanischen Garten sehr wohltuend sein. Hier finden Sie auch ausreichend Sitzgelegenheiten, um genug Pausen machen zu können. Aber auch der Zoo oder Wildparks sind eine attraktive Abwechslung und nicht nur bei den Kleinen beliebt.

Ein besonderes Highlight sind sogenannte “Sinnesgärten”, die für an Demenz erkrankte Personen auch therapeutische Wirkung zeigen. Dabei geht es darum, Sinneswahrnehmungen wie Hören, Riechen, Fühlen oder den Geschmackssinn im Garten neu zu entdecken und zu aktivieren. Zum Beispiel dadurch, dass die Rinde eines Baumes betastet wird, dem Plätschern eines Brunnens gelauscht oder auch der Geruch verschiedener Blüten ganz bewusst wahrgenommen wird.

Ernährung und Koch-Aktivitäten

Ernährung spielt meist eine zentrale Rolle im Alltag von Senioren, insbesondere, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen auf Lebensmittel verzichten oder besonders darauf achten müssen. Das Zubereiten von Mahlzeiten in Kochgruppen bietet nicht nur die Gelegenheit, neue Rezepte auszuprobieren und kreative Ideen in der Küche auszuleben, sondern stärkt auch das Bewusstsein für gesunde Ernährung. 

Das gemeinsame Kochen und Essen wird oft zu einem wichtigen sozialen Ritual, das Freude bereitet und das Gemeinschaftsgefühl vertieft. Da oft jahrzehntelange Erfahrung mit dem Kochen unter verschiedensten Bedingungen vorliegt, bringt die gemeinsame Zeit auch viel Neues hervor und lässt auch “alte Hasen” noch etwas lernen. 

Unser Fazit zum Thema „Beschäftigung für Senioren“

Beschäftigung im Alltag ist wichtig, um körperlich und geistig fit zu bleiben und mit Freude am Leben teilzuhaben. Willkommen ist dabei jede Idee, die den oftmals monotonen Tagesablauf auflockert. Das können auch mal gemeinsame Brettspiele oder gar ein Abend vor dem TV sein.

Bestimmte Beschäftigungsstrategien haben sogar einen therapeutischen Nutzen und zeigen wichtige positive Auswirkungen auf Körper und Psyche. So gelten zum Beispiel so genannte „Sinnesgärten“ für an Demenz erkrankte Patienten als ideal und tierischer Besuch wirkt sich sehr heilsam auf den Blutdruck und den Stresspegel aus.

In vielen Pflegeeinrichtungen sind für solche Beschäftigungen ehrenamtliche Helfer stets willkommen. Bei Interesse oder wenn Sie besondere Expertise mitbringen, so fragen Sie doch gleich mal in der Nähe nach!

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